07.02.2020
Umweltminister Glauber in Kelheim

Bericht Donaukurier vom 07.02.2020:

Das Fazit des Ministers lautete: Die Schifffahrt, Kanuten, Zillenfahrer, Wanderer, Kletterer, Naturschützer und Jäger sollen die Schönheit der Weltenburger Enge weiterhin unmittelbar genießen können. "Trotz des Nationalen Naturmonuments soll der Status quo an der Donau erhalten bleiben", versprach Glauber. Er betonte aber auch, dass die Freizeitnutzung der Weltenburger Enge nicht umfangreicher werden sollte, als sie sich derzeit darstellt.

Die Veranstaltung war von den Freien Wählern Kelheim mit ihrem Bürgermeisterkandidaten Dennis Diermeier und dem Vorsitzenden Ludwig Birkl organisiert worden und stieß auf große Resonanz. Vize-Landrat Wolfgang Gural (CSU) kam ebenso wie zahlreiche Kreis- und Stadträte unterschiedlicher politischer Couleur. Natürlich war auch Hubert Faltermeier, Altlandrat und Landtagsabgeordneter aus den Reihen der FW, mit dabei.

Man habe in der Regierung aus dem gescheiterten Versuch gelernt, in der Region einen dritten Nationalpark schaffen zu wollen, sagte Glauber. "Die Entscheidung darüber muss vor Ort fallen und nicht in München am Schreibtisch", betonte der Umweltminister und erntete für diesen Satz den Beifall der Anwesenden. Deshalb sei er vor der Verabschiedung der Verordnung über das Nationale Naturmonument nach Kelheim gekommen, um sich die Bedenken der direkt Betroffenen anzuhören. Er dankte für die bislang "faire, offene und sachorientierte" Debatte.

"Die Weltenburger Enge ist ein Juwel für Bayern, sie ist ein Schatz", jubelte Glauber. Der Donaudurchbruch müsse eine Besonderheit bleiben. Schifffahrt, Zillen und Kanus dienten auch der Lenkung der Besucherströme und könnten deshalb wie gehabt erhalten bleiben. "Wir sind mit dem Ist-Zustand zufrieden", versicherte Glauber. Er sei selbst ein begeisterter Sportler, sagte er und wandte sich direkt an die vielen Mitglieder des Kelheimer Kanu-Clubs, die bekanntlich erst im vergangenen Jahr ein neues Bootshaus in unmittelbarer Nähe des Donaudurchbruchs eröffnet haben: "Wir stehen zum Kanusport und dazu, dass er weiter hier betrieben wird."

Altlandrat Faltermeier begrüßte, dass sich der Minister die Sorgen der Menschen in Kelheim anhören, gleichzeitig aber über die Chancen des Projekts informieren würde. Er forderte einen "behutsamen Umgang mit dem Tourismus" in der Region. In einem Brief an Glauber hatte Faltermeier bereits Ende Januar auf die "berechtigten Einwendungen der Personenschifffahrt, der Zillenfahrer und des Kanu-Clubs im Rahmen des laufenden Anhörungsverfahrens" hingewiesen. Deren Anliegen entsprechen nach den Worten von Hubert Faltermeier dank der Besucherlenkung und -bündelung auch dem öffentlichen Interesse, ja sogar dem Schutzzweck des Nationalen Naturmonuments. Die Frist für Einwendungen ist aber inzwischen verstrichen.

Der FW-Bürgermeisterkandidat Dennis Diermeier ging auf das geplante Naturerlebnis- und Begegnungszentrum im früheren Landratsamt ein, das im Wittelsbacher Schloss eingerichtet werden soll. Dort seien elf Arbeitsplätze geplant, das Investitionsvolumen bezifferte Diermeier auf fünf Millionen Euro. Der FW-Politiker begrüßte die Schaffung des Nationalen Naturmonuments Weltenburger Enge, mahnte aber zugleich an, dass der Donaudurchbruch "weiter erlebbar" sein müsse. Das bezog Diermeier vor allem auf die Aktivitäten der Kanuten und Zillenfahrer. Insbesondere der 1963 gegründete Kanu-Club sei in der Region "eine Institution".